„ … und ist noch nicht erschienen, was wir sein werden“ Oder: Den Hintern hochkriegen

Sat, 11 Jun 2022 13:41:53 +0000 von Michaela Jannasch

Generationen EKD Frauenordination
Pastoralkolleg für Pastorinnen im Ruhestand mit positiver Resonanz

Die pastorale Identität im Ruhestand, der Rückblick auf die Berufserfahrungen als Theologinnen in einer von Männern geprägten Kirche und Perspektiven für das ehrenamtliche Engagement in der Zukunft bestimmten das zweite Pastoralkolleg für Pastorinnen im Ruhestand Ende April 2022 in Loccum. Das erste Kolleg hatte 2019 auf Initiative von ket stattgefunden.

Die Erinnerung an die Visionen für eine geschwisterliche Kirche und für eine friedliche, gerechte Welt auf der einen Seite und die Realität von Krieg, Ungerechtigkeit und Klimakrise auf der anderen Seite bestimmten zunächst den Erfahrungsaustausch. Plötzlich stand eine Teilnehmerin auf und rief: „Man muss den Hintern hochkriegen – auch im Ruhestand! Wir haben Zeit und noch genug Kraft, um was zu bewegen!“ Und dann sprudelten die Ideen für das Engagement im Ruhestand: Von Unterstützung für die örtliche Tafel, über Sprachkurse für Geflüchtete und Mitarbeit in der Telefonseelsorge und in der Diakonie bis zum persönlichen Überreichen des Gemeindebriefs mit Klingeln an der Haustür.

Ein Gespräch mit Bischöfin i. R. Maria Jepsen aus Husum bestärkte die Motivation der Ruheständlerinnen, weiterhin für eine geschwisterliche Kirche zu arbeiten und einen Ort zur Gestaltung des eigenen Ehrenamtes zu finden. Eine feministische Exegese des Evangeliums der Maria mit Prof. Silke Petersen aus Hamburg beschloss die Tagung.

Ket wird sich dafür einsetzen, dass es auch in Zukunft alle zwei Jahre dieses Angebot für pensionierte Theologinnen angeboten wird.

Doris Schmidtke, Mai 2022
Quelle: Doris Schmidtke
Gruppenfoto Pastoralkolleg